Eine kleine Chronik des Heimatvereins Allstedt e. V.

Von Helmut Kunert

Die Gründung im Jahr 1990

Am 6. Juni 1990 kamen auf Einladung von Erich Brödel sieben geschichtsinteressierte Bürger aus Allstedt auf dem Grundstück Pfortenplatz 5 zusammen. Bei diesem Treffen wurde die Interessengemeinschaft „Heimatfreunde Allstedt“ gegründet.

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten:

  • Erich Brödel
  • Hans Beyer
  • Rainer Böge
  • Uwe Schwetschke
  • Helmut Kunert
  • Hans Tetzel
  • Heinz Steyer

Während der ersten Zusammenkunft wurden die grundlegenden Ziele der Interessengemeinschaft abgesteckt.

Als erste gemeinsame Aufgabe führten die Mitglieder eine Stadtbegehung durch. Dabei wurden verschiedene Orte und Objekte besichtigt und hinsichtlich ihres Zustandes beurteilt. Hierzu gehörten unter anderem die Stadtmauer, der Dom und die Pestgrabsteine.

Die erforderlichen Arbeiten wurden dokumentiert. Gleichzeitig berieten die Mitglieder darüber, welche Maßnahmen durch die Interessengemeinschaft selbst umgesetzt werden könnten.

Anschließend wurden noch vorhandene und bekannte alte Grenz- und Wegesteine besichtigt.

Das Kriegerdenkmal am Schlossberg

Am 10. November 1990 widmeten sich die Mitglieder dem alten Kriegerdenkmal am Schlossberg.

Rund um das Denkmal wurden Büsche und Wildwuchs beseitigt, Erde abgetragen sowie Gras und Steine entfernt. Dadurch wurde das zuvor weitgehend zugewachsene Denkmal wieder sichtbar. Die Arbeiten wurden fotografisch dokumentiert.

In der Folgezeit wurde das frühere Kriegerdenkmal zu einer Gedenkstätte für die Gefallenen der Kriege und die Opfer von Gewaltherrschaft umgestaltet.

Am 18. November 1990 trafen sich die Mitglieder um 10.00 Uhr an der gesäuberten Gedenkstätte. Erstmals nach 45 Jahren wurde dort wieder der Toten der vergangenen Kriege und Gewaltherrschaften gedacht.

Diese Gedenkveranstaltung wurde von der Allstedter Bevölkerung sehr positiv aufgenommen.

Der erste Vorstand

Am 4. Dezember 1990 wurde der erste Vorstand gewählt:

Vorsitzender: Erich Brödel Schriftführer: Heinz Steyer

In der Folgezeit erarbeitete die Interessengemeinschaft eine Vorschlagsliste zur Rückbenennung von Straßen. Diese wurde als Antrag bei der Stadt eingereicht und angenommen.

Außerdem wurde beschlossen, eine fortlaufende Chronik über die Entwicklung der Stadt Allstedt anzulegen. Diese Chronik wurde bei den monatlichen Zusammenkünften regelmäßig ergänzt.

Zu den ersten weiteren Mitgliedern gehörten Hans Haarseim und Heinz Walther.

Die Zusammenkünfte fanden zunächst im Museumscafé von Burg und Schloss Allstedt statt.

Entwicklung zum Heimatverein

Anfang des Jahres 1991 entstanden die ersten Kontakte zum Heimatverein Trendelburg.

Ebenfalls 1991 stellte die Interessengemeinschaft bei der Stadtverwaltung den Antrag, den Lindenmarkt wieder in traditioneller Form am ersten Sonntag im Juli durchzuführen.

In diesem Jahr fanden außerdem die ersten Waldwanderungen statt. Am Denkmal für die Gefallenen wurde eine Ligusterhecke gepflanzt. Anschließend wurde die Gedenkstätte in die Obhut der Stadt übergeben.

Am 10. November 1991 wurde die ausgearbeitete Satzung verlesen und bestätigt. Die Interessengemeinschaft „Heimatfreunde Allstedt“ wurde fortan als Heimatverein Allstedt weitergeführt.

Der Vorstand bestand aus:

Vorsitzender: Erich Brödel Kassierer: Rainer Böge Schriftführer: Heinz Steyer

Am Sonntag, dem 15. Dezember 1991, wurde im Schlossmuseum die vom Heimatverein zusammengestellte Sonderausstellung „Allstedt im Spiegel seiner Geschichte“ eröffnet.

In den folgenden Jahren begann und vollendete der Heimatverein zahlreiche selbst gestellte Aufgaben. Die einzelnen Arbeiten, beteiligten Personen und Daten wurden im Protokollbuch des Vereins festgehalten.

Wichtige Projekte und Ereignisse

1992

  • Alte Grenz- und Wegesteine wurden neu aufgerichtet, gestrichen und beschriftet.
  • Die Pergola vor dem Domgebäude wurde instand gesetzt.

1993

  • Der Schlosskeller wurde gepflastert und renoviert.
  • Fünf Vitrinen wurden angeschafft und dem Schlossmuseum als Leihgabe überlassen.
  • Der Angelstein vom Schlosstor wurde auf dem Bäckerplatz aufgestellt.
  • Es wurden Vorträge und Lesungen über die Geschichte Allstedts durchgeführt.
  • Die Pumpen der öffentlichen Brunnen wurden gestrichen.

1994

  • Der Verein unterstützte die Aufstellung des Forellenteichhauses.
  • Es fand eine Exkursion zum Kloster Sittichenbach und zur Kirche in Osterhausen statt.

1995

Am 2. April 1995 wurde während der Mitgliederversammlung ein neuer Vorstand gewählt:

1. Vorsitzender: Hans Beyer 2. Vorsitzender: Rainer Böge Schriftführerin: Christa Fischer Kassierer: Helmut Kunert Kassierer: Karl Tetzel

1996

  • Arbeiten an Wandertafeln und Wanderwegen
  • Instandsetzung der Pergola am Dom

1997

  • Eine Tisch- und Sitzgruppe wurde an den „Röhrenlinden“ aufgestellt.
  • Die Korb- und die Alexandereiche wurden neu gepflanzt.
  • Zwei ABM-Kräfte wurden zur Fortführung der Arbeiten der Allstedter Trachtengruppe „Trotteltatschen“ übernommen.
  • In Zusammenarbeit mit dem Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer wurden auf dem Friedhof Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs angebracht.
  • Im Gebäude Markt 11 wurde innerhalb kurzer Zeit eine Heimatstube eingerichtet.

1998

Am 31. Januar 1998 wurde die Heimatstube eröffnet.

Weitere Ereignisse waren:

  • das erste Sommerfest auf dem Hof der Heimatstube,
  • die Errichtung der Sitzgruppe „Drei Linden“.

1999

Am 23. Juli 1999 wurde der Pavillon in den Kirschlöchern eingeweiht.

2000

Der Heimatverein Allstedt feierte sein zehnjähriges Bestehen.

Am Gelände in den Kirschlöchern wurden weitere Arbeiten durchgeführt. Dazu gehörten:

  • Arbeiten am Pavillon,
  • die Errichtung eines Grills,
  • das Aufstellen von Bänken,
  • der Bau einer Bühne.

2001

Die Heimatstube war inzwischen für die wachsende Zahl der Mitglieder zu klein geworden. Deshalb wurde über verschiedene Erweiterungsmöglichkeiten beraten.

Zur Diskussion standen:

  • der weitere Ausbau der bisherigen Heimatstube,
  • der Erwerb des ehemaligen Kindergartens in der Engen Gasse,
  • der Ausbau des Domgebäudes,
  • der Erwerb des Grundstücks Am Schild 17a, das zuvor von der SPD genutzt worden war.

Im Auftrag des Vereins reisten Hans Tetzel, Hans-Dieter Grützner, Hans Beyer und Helmut Kunert nach Berlin, um den Kaufvertrag für das Grundstück Am Schild 17a zu unterzeichnen.

2002

Am neuen Vereinsgebäude wurden umfangreiche Arbeiten durchgeführt:

  • Einbau beziehungsweise Erneuerung der Fenster,
  • Erneuerung der elektrischen Anlage,
  • Arbeiten an der Wasser- und Abwasserversorgung,
  • Errichtung eines neuen Daches.

Hans-Dieter Grützner wurde für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit in den Vorstand gewählt.

2003

Der 7. März 2003 war ein besonderer Tag in der Vereinsgeschichte. An diesem Tag fand die erste Mitgliederversammlung im eigenen Vereinshaus statt.

Daneben wurden weitere Arbeiten am Haus und auf dem Hof durchgeführt.

Weitere Aktivitäten waren:

  • Ehrung von A. Disselhoff,
  • Renovierungsarbeiten am Mallerbach.

2004

  • Das zehnte Heft des „Lindenblattes“ erschien als Jubiläumsausgabe.
  • Ein Raum für die Handarbeitsgruppe wurde ausgebaut.
  • Der Verein beteiligte sich an einer Versammlung gegen die geplante Schweinemast.
  • Die Eingangstür wurde renoviert.
  • Auf dem Hof wurde ein massiver Vorbau errichtet.

2005

Der Heimatverein feierte sein 15-jähriges Bestehen.

Am Vereinsgebäude wurden folgende Arbeiten durchgeführt:

  • Bau einer Toilette im Obergeschoss,
  • Beräumung des Dachbodens,
  • Sanierung der Bodentreppe,
  • Errichtung eines Schleppdaches im Garten.

2006

  • Die Küche im Obergeschoss wurde fertiggestellt.
  • Eine Geschichtsgruppe wurde gegründet.
  • Der Geschichtsraum wurde ausgebaut.
  • Ein Bücherschrank wurde eingebaut.
  • Im Borntal wurde eine Sitzgruppe errichtet.
  • Im Garten wurde ein Pavillon aufgestellt.
  • Im Eingangsbereich des Vereinshauses wurde eine neue Treppe gebaut.
  • Ein Fahrradständer wurde aufgestellt.

Ein neuer Vorstand wurde gewählt. Ihm gehörten an:

  • Roland Helmer
  • S. Walther
  • J. Kawan
  • Karl Tetzel
  • Helmut Kunert

2007

  • Der Flur im Obergeschoss wurde renoviert.
  • Holzbänke wurden aufgearbeitet und an verschiedenen Stellen in Allstedt aufgestellt.
  • Auf dem Schild wurde eine Steinplatte zur Erinnerung an die Freundschaft mit Trendelburg aufgestellt.
  • Der Kaufvertrag für den Garten wurde notariell abgeschlossen.
  • An der Mosshütte wurde Erde aufgebracht.

2008

  • Für die Kirschlöcher wurden neue Tische angeschafft.
  • Der Verein beteiligte sich an der Herausgabe des Buches „Kyffhäuser“.
  • Am Vereinsgebäude wurde auf Veranlassung des Ordnungsamtes eine Hausnummer angebracht.

Ein neuer Vorstand wurde gewählt. Ihm gehörten an:

  • D. Albrecht
  • H. Roland
  • S. Walther
  • R. Böge
  • G. Eichentopf
  • H. Kunert

2009

  • In den Kirschlöchern wurden Aufräumarbeiten durchgeführt.
  • Das Geländer der Teichbrücke am Vorwerksteich wurde zum größten Teil durch Mitglieder des Heimatvereins erneuert.
  • An der Mosshütte mussten Stützen ausgewechselt werden.
  • Das Vereinsmitglied Hans Ehrt wurde Ehrenbürger der Stadt Allstedt.
  • Die Arbeiten an der Rückfassade im Bereich der Küche und Toiletten wurden begonnen.

2010

  • Wanderung in das Märzenbechertal
  • Erste Maifeier in den Kirschlöchern
  • Dreizehntes Sommerfest auf dem Hof der Heimatstube

Das Lindenblatt

Seit 1994 erscheint jährlich die Broschüre „Lindenblatt“.

Darin veröffentlicht der Heimatverein unter anderem:

  • Anekdoten,
  • überlieferte Spitznamen,
  • Gedichte,
  • Geschichten in Mundart,
  • Beiträge zur Geschichte des alten Amtes Allstedt.

Mitgliederentwicklung

Am 5. Mai 2010 hatte der Heimatverein insgesamt 93 Mitglieder.

Davon waren:

  • 39 Frauen,
  • 54 Männer.

Innerhalb des Heimatvereins hatten sich zu diesem Zeitpunkt zwei Arbeitsgruppen gebildet:

  • die Handarbeitsgruppe,
  • die Arbeitsgruppe Geschichte.

Zweck und Aufgaben des Heimatvereins

Zweck des Heimatvereins ist es, die Verbundenheit mit der Heimat und der Landschaft zu fördern sowie örtliche Traditionen zu bewahren.

Zur Erreichung dieses Zwecks gehören insbesondere:

  • die Erforschung der Natur und der Vorgeschichte unserer Region, insbesondere der Geschichte Allstedts,
  • das Sammeln und Beschaffen historischer Dokumente und sonstiger Unterlagen,
  • die Unterstützung des Stadtarchivs,
  • die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen,
  • die Durchführung von Wanderungen und Exkursionen,
  • die Öffentlichkeitsarbeit.

Vereinsanschrift

Heimatverein Allstedt e. V. Am Schild 17a 06542 Allstedt