Eine Medaille für den Retter aus Allstedt
Dominik Kunert rettete drei junge Frauen aus einem brennenden Fahrzeug und wurde dafür mit der Bayerischen Rettungsmedaille ausgezeichnet.
Von Peter Lindner, 11. Juni 2010
Dominik Kunert hat drei jungen Frauen das Leben gerettet. Für seinen selbstlosen und mutigen Einsatz erhielt der damals 26-Jährige, der aus Allstedt stammt, in der Münchner Staatskanzlei die Bayerische Rettungsmedaille.

Der Unfall
Fast genau ein Jahr zuvor war Dominik Kunert nach einem Kinobesuch mit seinem Auto im oberbayerischen Landkreis Freising unterwegs. Nachdem er seine Freundin nach Hause gebracht hatte, befand er sich kurz nach Mitternacht auf dem Heimweg.
Auf einer Landstraße kam ihm ein Opel Corsa mit vier jungen Frauen entgegen. Die 18-jährige Fahrerin verlor offenbar aufgrund zu hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Wagen streifte das Auto von Dominik Kunert, der gerade noch eine Notbremsung einleiten konnte.
Der Opel geriet ins Schleudern, überschlug sich mehrfach, prallte gegen einen Baum und blieb schließlich auf dem Dach liegen. Das gesamte Unfallgeschehen ereignete sich innerhalb weniger Sekunden.
Als Dominik Kunert in den Rückspiegel blickte, sah er bereits Flammen aus dem verunglückten Fahrzeug schlagen.
„Hier musst du sofort helfen.“
Das sei sein erster Gedanke gewesen. Ohne zu zögern, lief er zu dem brennenden Unfallwagen.
Rettung in letzter Sekunde
Dominik Kunert gelang es, nacheinander drei junge Frauen im Alter zwischen 17 und 18 Jahren aus dem Fahrzeug zu befreien. Die Fahrerin hatte das Auto bereits verlassen und stand unter Schock neben dem brennenden Wagen.
Besonders schwierig war es, die beiden Frauen vom Rücksitz zu retten. Dennoch gelang es ihm, auch sie rechtzeitig aus dem Fahrzeug zu ziehen und in Sicherheit zu bringen.
Nur wenige Augenblicke später schossen explosionsartig Flammen aus dem Innenraum des Wagens. Die eintreffende Feuerwehr konnte das vollständig brennende Fahrzeug schließlich nur noch kontrolliert abbrennen lassen.
Dominik Kunert hatte keine Sekunde zu früh gehandelt.
Bescheidener Lebensretter
Bereits am Unfallort erhielt er viel Anerkennung für seinen mutigen Einsatz. Für Dominik Kunert selbst war sein Handeln jedoch selbstverständlich.
„Ich tat doch nur meine Pflicht.“
Als der Erste Bürgermeister von Paunzhausen, Johann Daniel, von der Rettungstat erfuhr, stand für ihn fest, dass dieser außergewöhnliche Einsatz gewürdigt werden müsse. Er setzte sich dafür ein, Dominik Kunert mit der Bayerischen Rettungsmedaille auszuzeichnen.
Auch der damalige Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer würdigte die Tat:
„Die selbstlose Rettung von Mitmenschen aus höchster Not verdient den Dank und die Anerkennung des gesamten Freistaates.“
Verbunden mit Allstedt
Dominik Kunert hatte in einem Allstedter Großmarkt den Beruf des Einzelhandelskaufmanns erlernt. Nach seiner Ausbildung diente er bei der Bundeswehr. Zum Zeitpunkt der Auszeichnung arbeitete er für ein Sicherheitsunternehmen und lebte in Paunzhausen.
Sein Vater Helmut Kunert erinnerte sich noch genau an den Tag des Unfalls, den 11. Juni 2009. Als er davon erfuhr, galt sein erster Gedanke der Sorge um seinen Sohn:
„Hoffentlich ist nichts passiert.“
Er wusste, dass Dominik an diesem Abend mit seinem Renault Mégane unterwegs gewesen war.
Auch der damalige Allstedter Bürgermeister Jürgen Richter würdigte die Rettungstat:
„Wir sind stolz auf Dominik.“
Darüber hinaus sollte dem Stadtrat vorgeschlagen werden, den mutigen Einsatz des gebürtigen Allstedters mit einem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Allstedt zu ehren.

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Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, Beitrag von Peter Lindner vom 11. Juni 2010
