Ein Ort zwischen Südharz und Karstlandschaft
Pölsfeld liegt nordöstlich von Sangerhausen in einem breiten, landschaftlich reizvollen Tal.
Der Ort ist von Wäldern, Feldern und den besonderen geologischen Erscheinungen der Südharzer Karstlandschaft umgeben. Seit dem Jahr 2010 gehört Pölsfeld als Ortsteil zur Stadt Allstedt.
Von Pölsfeld im Osten bis in den niedersächsischen Südharz erstreckt sich eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft, die durch Karsterscheinungen, Höhlen, Erdfälle und bewaldete Höhen geprägt ist.
Natur und Karstlandschaft
Pölsfeld liegt am Rand der Karstlandschaft des Südharzes.
Der Karstwanderweg erschließt diese besondere Region und verbindet zahlreiche geologische, landschaftliche und kulturhistorische Sehenswürdigkeiten miteinander.
Von Pölsfeld aus führt er unter anderem in Richtung:
- Heimkehle bei Uftrungen,
- Südharzer Gipskarstlandschaft,
- Questenberg,
- Hainrode,
- Niedersachsen.
Für Wanderer und Naturfreunde bietet die Umgebung zahlreiche Möglichkeiten, die Besonderheiten des Karstgebietes zu entdecken.
Typisch für die Landschaft sind:
- Höhlen,
- Dolinen und Erdfälle,
- Karstquellen,
- Bachschwinden,
- Trockenrasen,
- artenreiche Wälder und Wiesen.
Frühe Besiedlung
Archäologische Funde aus der Steinzeit belegen, dass die Gegend um Pölsfeld bereits sehr früh besiedelt war.
Die erste bekannte schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 899. Im Hersfelder Zehntverzeichnis wird der Ort unter dem Namen:
„Bullisfeld“
aufgeführt.
Der historische Ortsname wird häufig als „Feld am Wasser“ oder als Hinweis auf feuchten Boden gedeutet.
Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich die Schreibweise mehrfach, bis sich schließlich die heutige Form Pölsfeld durchsetzte.
Entwicklung des Dorfes
Die Siedlung wuchs im Laufe des Mittelalters allmählich.
Landwirtschaft und Viehzucht bildeten die wichtigsten Lebensgrundlagen. Die Höfe waren unterschiedlichen Grundherren zu Abgaben verpflichtet.
Teile des Ortes unterstanden den Herren von Morungen, andere dem Amt Sangerhausen. Beide Herrschaften übten zeitweise auch die Gerichtsbarkeit aus.
Um das Jahr 1500 soll Pölsfeld aus etwa 52 Häusern bestanden und rund 280 Einwohner gezählt haben.
Zerstörung und Pest
Der Dreißigjährige Krieg brachte auch über Pölsfeld schwere Not.
Der Ort wurde während der Kampfhandlungen und Plünderungen fast vollständig zerstört.
Besonders verheerend war das Pestjahr 1626. Nach der Überlieferung starben in diesem Jahr 168 Menschen.
Die Folgen von Krieg, Hunger und Krankheit waren über viele Jahrzehnte spürbar. Erst um 1770 erreichte Pölsfeld wieder eine Einwohnerzahl von etwa 300 Menschen.
Landwirtschaft und Waldarbeit
Über Jahrhunderte blieb die Landwirtschaft der wichtigste Erwerbszweig.
Die Einwohner betrieben:
- Ackerbau,
- Viehzucht,
- Obstbau,
- Waldwirtschaft.
Daneben spielte die Arbeit in den umliegenden Wäldern eine bedeutende Rolle.
Viele Bewohner waren als Waldarbeiter, Holzfuhrleute oder in der Forstwirtschaft tätig.
Oberförsterei und Wildshof
Zwischen 1614 und 1850 befand sich in der Mitte des Dorfes eine Oberförsterei.
Sie war im sogenannten Wildshof untergebracht und brachte zusätzliches Leben in den ansonsten ruhig gelegenen Ort.
Besondere Bedeutung erlangte die Oberförsterei während der Regierungszeit Herzog Christians von Sachsen-Weißenfels.
Der Herzog residierte von 1713 bis 1736 in Sangerhausen und hielt sich häufig zu Jagden in der Umgebung von Pölsfeld auf.
Die ausgedehnten Wälder boten gute Voraussetzungen für herrschaftliche Jagdveranstaltungen.
Das Pölsfelder Forsthaus
Von 1904 bis 2003 bestand im neueren Pölsfelder Forsthaus eine Revierförsterei.
Sie war für die Pflege, Bewirtschaftung und Beaufsichtigung der umliegenden Waldgebiete verantwortlich.
Das Forstwesen blieb damit bis in die jüngere Vergangenheit eng mit dem Ort verbunden.
Kupferbergbau
Nördlich von Pölsfeld läuft das Mansfelder Kupferschieferflöz aus.
Bereits im Mittelalter wurde dort in geringer Tiefe Kupfererz gewonnen.
Auch um das Jahr 1920 gab es noch kleinere Bergbauaktivitäten.
Der Kupferbergbau erreichte in Pölsfeld zwar nicht die Bedeutung wie in Sangerhausen oder Niederröblingen, gehört jedoch ebenfalls zur wirtschaftlichen Geschichte des Ortes.
Zwischen 1950 und 1990 arbeiteten zahlreiche Einwohner Pölsfelds in den Kupferschächten der Region.
Die Kirche von Pölsfeld
Die Kirche des Ortes wurde erstmals im Jahr 1535 in einem Verzeichnis erwähnt.
Der heutige Kirchenbau entstand in den Jahren 1777 bis 1779. In dieser Zeit wurden sowohl das Kirchenschiff als auch der Turm neu errichtet.
Besondere Bekanntheit besitzt die Kirche durch ihre historische Hildebrandt-Orgel.
Instrumente aus der Werkstatt Hildebrandts gehören zu den bedeutenden Zeugnissen mitteldeutscher Orgelbaukunst.
Die Kirche bildet gemeinsam mit den umliegenden Gebäuden einen wichtigen historischen Mittelpunkt des Ortes.
Schulgeschichte
Eine Schule ist in Pölsfeld seit dem Jahr 1690 nachweisbar.
Im Jahr 1828 wurde das Schulgebäude erneuert. Wegen steigender Schülerzahlen erfolgte 1911 eine Erweiterung.
Das Gebäude blieb in dieser Form erhalten.
Der reguläre Schulbetrieb wurde im Jahr 1990 eingestellt.
Damit endete eine rund 300-jährige Tradition schulischer Bildung im Ort.
Wasserleitung und Elektrifizierung
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die technische Infrastruktur Pölsfelds schrittweise modernisiert.
Im Jahr 1921 erhielt das Dorf eine zentrale Wasserleitung.
Drei Jahre später, im Jahr 1924, wurde Pölsfeld an die elektrische Stromversorgung angeschlossen.
Diese Entwicklungen verbesserten die Lebensbedingungen der Einwohner erheblich und veränderten den Alltag im Dorf nachhaltig.
Landwirtschaft in der DDR-Zeit
Auch im 20. Jahrhundert blieb die Landwirtschaft prägend.
Zwischen 1958 und 1960 wurden in Pölsfeld Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften gegründet.
Im Jahr 1973 vereinigten sich diese mit der LPG Gonna.
Viele Einwohner, die nicht in der Landwirtschaft arbeiteten, fanden Beschäftigung in Betrieben in Sangerhausen oder im regionalen Kupferbergbau.
Die Landwirtschaft bestimmte weiterhin große Teile des Ortsbildes, auch wenn sich die Zahl der dort Beschäftigten allmählich verringerte.
Veränderungen nach 1990
Nach der deutschen Wiedervereinigung änderten sich die wirtschaftlichen und beruflichen Strukturen deutlich.
Die frühere LPG wurde in eine Agrargenossenschaft umgewandelt. Die Zahl der unmittelbar in der Landwirtschaft Beschäftigten ging zurück.
Gleichzeitig entstanden neue selbstständige Betriebe und Dienstleistungsangebote.
Im Rahmen verschiedener Infrastruktur- und Dorferneuerungsmaßnahmen wurden unter anderem:
- das Wasserleitungsnetz erneuert,
- die Straßenbeleuchtung verbessert,
- elektrische Leitungen teilweise unterirdisch verlegt,
- Telefon- und Internetanschlüsse geschaffen,
- Straßen und Wege saniert,
- öffentliche Plätze neu gestaltet,
- Gebäude modernisiert.
Besonders der zentrale Dorfplatz wurde im Zuge der Dorferneuerung aufgewertet.
Vereinsleben und Dorfgemeinschaft
Das kulturelle und gesellschaftliche Leben Pölsfelds wird seit vielen Jahren von Vereinen, Gruppen und engagierten Einwohnern getragen.
Dazu gehören beziehungsweise gehörten unter anderem:
- der Karnevalclub Pölsfeld,
- die Sportgemeinschaft „Kickers 66 Gonnatal“,
- der Schützenverein Pölsfeld,
- der Kaninchenzuchtverein,
- die Freiwillige Feuerwehr,
- der Jugendklub,
- das Kirchspiel Gonna-Leinetal,
- die örtliche Gruppe der Volkssolidarität.
Die Vereine gestalten Feste, sportliche Veranstaltungen und gemeinschaftliche Aktivitäten.
Die genaue heutige Vereinsstruktur sollte vor einer Veröffentlichung anhand aktueller Angaben ergänzt werden.
Musik aus Pölsfeld
Auch die Musik besitzt im kulturellen Leben des Ortes eine besondere Bedeutung.
Aus Pölsfeld und der näheren Umgebung stammen beziehungsweise stammten mehrere Musikgruppen, darunter:
- die „Pölsfelder Lausbuben“,
- die „Gonnataler Spatzen“,
- die Gruppe „Luchsland“.
Sie sorgten bei Dorffesten, Vereinsveranstaltungen und privaten Feiern für musikalische Unterhaltung.
Sport und Freizeit
Pölsfeld verfügt über eine landschaftlich schön gelegene Sportanlage.
Zum Gelände gehört auch ein moderner Schießstand.
Die Anlage dient sportlichen Aktivitäten, Vereinsveranstaltungen und gemeinschaftlichen Festen.
Sie ist damit ein wichtiger Treffpunkt für Einwohner und Gäste.
Gastronomie und Veranstaltungen
Im Ort bestanden beziehungsweise bestehen verschiedene gastronomische Angebote.
Zu den im Ausgangstext genannten Einrichtungen gehören:
- das Café Siebenhüner,
- die Gaststätte „Am Sportplatz“.
Kulturelle Veranstaltungen fanden im Gemeindesaal und auf dem Gelände der Sportanlage statt.
Da sich gastronomische Angebote im Laufe der Zeit verändern können, sollten die heutigen Öffnungszeiten und Betriebe vor der Veröffentlichung überprüft werden.
Verwaltungsgeschichte
Von 1993 bis 2005 gehörte Pölsfeld zur Verwaltungsgemeinschaft Südharz mit Sitz in Wettelrode.
Nach deren Auflösung entschied sich die Gemeinde für den Beitritt zur Verwaltungsgemeinschaft Allstedt-Kaltenborn.
Im Zuge der Gebietsreform in Sachsen-Anhalt wurde Pölsfeld schließlich zum 1. Januar 2010 in die Stadt Allstedt eingemeindet.
Seitdem ist Pölsfeld ein Ortsteil der Stadt Allstedt.
Ein Ort mit besonderem Charakter
Pölsfeld verbindet auf besondere Weise:
- eine mehr als tausendjährige Geschichte,
- eine reizvolle Lage in der Südharzer Karstlandschaft,
- land- und forstwirtschaftliche Traditionen,
- Spuren des Kupferbergbaus,
- eine historische Kirche mit bedeutender Orgel,
- eine lange Schulgeschichte,
- ein aktives Vereins- und Kulturleben.
Die Verbindung aus Natur, Geschichte und Dorfgemeinschaft verleiht Pölsfeld seinen unverwechselbaren Charakter.
